Die Schäferin vom WeidenHof

Nebla und die Nebelschafe

Fake-Profile, Wunschdenken, Traumwelten, gelbe Steine und… echte Schafe

Klare Worte. Da fällt mir gleich eins meiner Lieblings-„Erziehungs“lieder ein, es endet mit der Strophe: „Grade, klare Menschen wär´n ein schönes Ziel. Leute ohne Rückgrat hab´n wir schon zuviel.“ Ich denke, einige werden wissen, um welches Lied es sich hier handelt. Und was es aussagen soll. Aber besonders haben mich immer diese letzten Worte beeindruckt. Grade, klare Menschen. Menschen mit Rückgrat, Menschen, die in ehrliche und offene Kommunikation gehen, die sich nicht verstecken, die um „das Echte“ im Leben ringen und es im Alltag immer wieder versuchen, umzusetzen.

Klare Worte scheinen vonnöten. Aber wer mag sie verstehen, wer ist offen genug, sich mit (auch manchmal schwierigen) Tatsachen auseinander zu setzen und sich nicht von einer medial inszenierten Gänseblümchen-Naturschutz- und Niedlichkeitsbilder-Tierschutz-Welt einlullen zu lassen? Wer hat schon Lust, einmal „um die Ecke zu denken“ und gibt sich nicht mit einfachen Gleichungen zufrieden, die sich letztlich nur auf kausale „wenn-dann“-Zusammenhänge beschränken? Viel zu anstrengend. In einer Welt, in der wir alles frei Haus geliefert bekommen – sogar unsere Meinungen, unsere Wohlstandsbäuche beim Schnellimbiss füllen, ohne zu wissen, was wir da in uns reinstopfen und ab und zu noch ein bisschen „Kick“ in den Nachrichten oder schönen, aufregenden oder romantischen Filmchen bekommen, ist alles so einfach, so leicht und so angenehm. Und man kann enorm klugscheißen. Über was man nicht alles weiß. Woher? Aus dem Fernsehen natürlich. Soziale Netzwerke undso. Aus Dokus und Interviews mit „Experten“. Gibt es dann aber von irgendwoher klare Worte, die aufzeigen, dass die Welt doch nicht ganz so einfach sein könnte, wie wir uns das wünschten, wird abgeschaltet, gegengehalten, hochnäsig weggeschaut oder gutmenschelnd gelächelt über so „einfache“ Menschen wie Schäfer. Oder Bauern. Die haben ja keine Ahnung von modernen Einstellungen zur Welt. Und besonders nicht von dem, was sie täglich tun. Experten, Minister und Doktoren wissen das besser. Und weil man mal einen davon im Fernsehen gesehen hat, ist man ja schließlich selbst sowas wie ein halber Experte. Man hat sich schließlich mit dem Thema beschäftigt.

Oder die Sache liegt noch ganz anders, aber das finde ich teilweise schon recht unheimlich. Da werden zum Beispiel Internetfirmen beauftragt, mittels Fake-Profilen Videos zu verbreiten, die eine möglichst einfache, emotionalisierte Sprache sprechen. Diese eingängige Botschaft finden dann Menschen mit einem gewissen Fernseh-Halbwissen toll und beteiligen sich – für die Urheber ganz kostenlos – an der weiteren Verbreitung der gewünschten Botschaft.   So etwas hat auch mich erreicht. Hier in meinem Blog. Und deswegen auch meine klaren Worte.

…gespenstisch wird es manchesmal um das Schafwesen, wenn ungreifbare Wesen ihr Unwesen treiben….

Ich habe lange gezögert, mich zum Wolf zu äußern. Natürlich, jeder weiß, ich hab Schafe. Anfangs wurde ich vorsichtig gefragt: „Uuund? was hälst DU vom Wolf?“ Ehrlich gesagt fand und finde ich Wölfe schon immer unglaublich genial. So schlaue Tiere. So kraftvoll, so klar. Ja, vielleicht stehen sie charakteristisch für etwas, was uns Menschen fehlt. Familienzusammenhalt, lebenslange Treue, Hilfe füreinander und absolute Zähigkeit. Ich habe schon von Wölfen gehört, die sich lieber ein verletztes Bein abbeißen, als nicht weiterlaufen zu können. Wow. Vielleicht ist es das, was uns so fasziniert. Wer von uns Menschen wäre denn allein in der Wildnis überlebensfähig? Welcher NABU-Fritze würde denn drei Wochen im Wald überleben? So ohne Macces, Pommes und Smartphone? Noch nicht einmal ohne Maschinen könnten wir. Noch nicht einmal mit der Sense umgehen können die meisten, Städter meist schon gar nicht. Wahrscheinlich wüssten die noch nicht einmal, wie rum man das Ding hält. Da haut der Wolf natürlich voll rein. Wildheit, Ursprünglichkeit, Zähigkeit, Stärke und Überlebenswillen. Er bildet DIE Symbolfigur, um all unsere verlorene Verbindung zur Natur  – und damit auch zu unserer ureigenen, „inneren Natur“ und unsere Enttäuschung darüber auszudrücken. Natürlich halten wir am höchsten Schutzstatus fest wie am letzten Strohhalm. Aber nicht (nur) deswegen ist der Wolf für mich ein so spannendes Tier. Als ich meinen ersten Hund bekam, habe ich mich durch einen dicken wissenschaftlichen Schinken gequält, „Hundepsychologie“ von Dr. Dorit Urs Feddersen-Petersen. Ich wollte meinen Hund so wesensgerecht wie möglich erziehen und holte mir dabei Hilfe durch das Studium einer wissenschaftlichen Abhandlung über hündisches/wölfisches Verhalten. Leider hat das mit meinem ersten Hund dann doch nicht so erfolgreich geklappt mit der Erziehung, aber das ist ein anderes Thema. Also zurück zu Frau Feddersen-Petersen. Seit über 20 Jahren (oder mittlerweile länger) forscht sie in Kiel an Gehegewölfen und Mischlingen mit Pudeln. Sie wurde herangezogen, um Fälle zu untersuchen, in denen ein Hund Kinder verletzte oder gar tötete (meist diese Kampfhunde-Geschichten) und hat eine Menge zu Gehegewölfen zu sagen. In ihrem Buch stellte sie unter anderem die Frage nach dem „moralanalogen“ Verhalten, also ein Verhalten, das Tiere an den Tag legen, was uns Menschen wie ein moralisches vorkommt, wenn wir es mit unseren menschlichen Maßstäben beurteilen. Wir tun das ja auch im Alltag untereinander: wir beurteilen von unserem persönlichen Standpunkt, der nicht frei von Emotionalität ist. Richtig „genutzt“ haben wir mit Emotionaliät, die ja auch Einfühlungsvermögen beinhaltet, eine hohe soziale Kompetenz, warum sollten wir also nicht auch auf Tiere in einer ähnlichen Weise schauen?  Tiere handeln aber instinkthafter als Menschen. Von daher passt das menschliche Wort „Moral“ an der Stelle nicht ganz. In der Studie wurden Wölfe mit Primaten verglichen und um es kurz zu machen, stellte sich heraus, dass Wölfe von einem viel stärkeren Instinkt davon abgehalten wurden, Rudelmitglieder ernsthaft zu verletzen, wenn es zu Meinungsverschiedenheiten kam. (Gilt allerdings nur für Rudelmitglieder und die Erkenntnis ist innerhalb einer „Laborsituation“ entstanden, von daher lassen sich nicht alle Erkenntnisse gleichermaßen adhoc auf die freie Wildbahn übertragen.) Von der Beißhemmung bis hin zu ihrer hochritualisierten Kommunikation untereinander gibt es viele Faktoren, die das wölfische Verhalten derart regeln, dass Reibereien geklärt werden, ohne dass jemand ernsthaft zu Schaden kommt. Primaten waren da durchschnittlich viel ruppiger miteinander und hatten keine Probleme damit, dem „Freund“ auch mal aus egoistischen Motiven eins drüber zu hauen. Die „soziale Ader“ der Wölfe, oder wie Frau Feddersen-Petersen es nennt, dieses „moralanaloge Verhalten“ hatte mich tief beeindruckt. Ebenso wie die Tatsache, dass Alphatiere zumeist die Tiere werden, die am meisten „angespielt“ werden, zu sozialen Interaktionen aufgefordert werden und auch sonst das Rudel immer fest im Blick haben. Von wegen der Stärkste und Draufgängerischste undsoweiter. Nein, die sozialsten Tiere.

Und wir Menschen? Wie gehen wir derzeit mit den Mitmenschen um, die zufälligerweise Schäfer sind und um ihre Tiere bangen oder gerissene Tiere auf der Weide gefunden haben?

…im liebevollen Miteinander erscheint aber gleich alles in einem anderen Licht…

Mittlerweile weiß so ziemlich jeder, der mich kennt, dass ich das Ganze mit dem Wolf für einen unglaublichen Schwachsinn halte. Ich kann ein Tier toll finden, aber ich muss doch noch so viel klaren Verstand behalten, um zu sehen, ob es überhaupt irgendwie machbar ist, meinen Wunsch in die Realität umzusetzen. Ich möchte auch gerne 3000 Schafe haben. Ja, aber leider kriege ich die auch nicht alle satt. So viel Land hab ich gar nicht. Und dann hätte ich gerne noch 10 angestellte Schäfer, die mir bei der Arbeit helfen, aber leider kann ich die nicht bezahlen. Was soll das also? Und wer hat eigentlich diese „tolle Idee“, den Wolf hier uneingeschränkt alles machen zu lassen und sich ausbreiten zu lassen, in die Welt gesetzt? Ist da schleichend etwa etwas passiert, was wir Schäfer vor lauter Schäferei erst mitbekommen haben, als es zu spät war? War das bewusst so eingefädelt? Ich glaube es mitterweile fast, denn wenn ich sehe mit welchen Mitteln die Wolfs- und Naturschützerlobby arbeitet, wird mir ganz anders.

Naturschützer. Ich habe oft und gerne nach deren „Aktivitäten“ gesehen, habe mir Anregungen geholt und war froh, dass Menschen offensichtlich so ein edles Ansinnen haben können. Natürlich, ich wirtschafte biologisch-zertifiziert, beschäftige mich mit robusten, angepassten Rassen, mit wildschonender Bewirtschaftung des Landes und versuche alles in allem, mich ein kleines Stück an einer „nachhaltigen“ Art, Landbewirtschaftung zu betreiben, zu beteiligen. Unterwegs merke ich, dass alles nicht so einfach ist, „Nachhaltigkeit“ und „Wirtschaftlichkeit“ zum Beispiel, geraten gerne mal in Konflikte miteinander und man muss Wege da heraus suchen. Klar, langfristig ist nachhaltig auch wirtschaftlich, aber was tue ich ganz konkret, um jetzt und hier den Erfordernissen eines laufenden Betriebes und dem Anspruch an wertschätzendem Umgang mit natürlichen Ressourcen gerecht zu werden? Wo liegen Grenzen, wo gibt es Alternativen, wie setzte ich die kräfteschonend um? Ich bin da meist sehr radikal mit mir selbst, aber ich mag auch diesen immer realistischer werdenden Blick auf diese Arbeit. Unterwegs begegnen mir „Aktiviäten“ von Naturschützern und/oder sogenannten Tierrechtlern, die mich doch ein wenig irritieren. Mittlerweile kommen mir Zweifel. Wer soll das eigentlich sein? Wo wir schon mal bei den klaren Worten sind. Beim Wolf und den Entwicklungen der letzten fünf Jahren in Niedersachen,  ist meine Irritation überproportional gestiegen, zumal sie noch überlagert wurde vom Unverständnis, weshalb wir nicht schon von den Erfahrungen in Brandenburg und Sachsen profitieren wollten. Jahrelang machen wir einschlägige Erfahrungen in diesen Bundesländern und die öffentlichen Regungen aus den Naturschützer-Rängen untermauern immernoch ein märchenhaftes Wunschbild des „edlen Wilden“.  Ich habe bis jetzt nur NABU-Präsidenten im Fernsehen gesehen, die ihre „Kenntnisse“ zum Wolf verbreiten, aber bei mir auf der Weide hab ich komischerwiese immer nur alleine Zäune geschleppt. Und mit der Angst, ob der Wolf an meine Schafe geht, bin ich komischerweise auch alleine. Irgendwann beginnt es, einem komisch vorzukommen.

…manche Dinge sind einfach zu schön, um wahr zu sein….

Also mache ich mir alleine meine Gedanken. Was hält ihn fern? Was haben die Leute denn früher gemacht, als noch 90% der Bevölkerung in und von der Landwirtschaft gelebt haben? Habe ich mich gefragt. Mir fielen schon Fackeln ein, die ich rings um die Weide verteile, denn Feuer soll Raubtiere ja angeblich vertreiben. Ist aber auch nicht wirklich umsetzbar. Also Zäune spannen und Strom überprüfen. Da, wo früher auch mal 2000 Volt reichten, um meine Schafe vom Ausbrechen abzuhalten, muss ich nun überlegen, wie ich am besten  10 000 Volt draufkriege. Geht kaum, wegen der Vegetation. Nun, gut, mal sehen, ob er überhaupt da ist. Also hab ich Fotofallen installiert. Lange war nichts zu sehen, bis er im Frühjahr mal an den Weiden langgeschlichen ist. Huch. Da isser! Beim Durchsehen der Bilder stoppte mein Finger. Oooooookaaaaay. Da bist du, Großer. Und erstmal war nur Stille in mir.

Was soll ich sagen? Nein, entgegen der naturschützerischen, tierschützerischen veganen Landwirtschafts-Bekämpfer habe ich nicht sofort die Mordgeilheit gespürt. Das einzige, was ich augenblicklich gespürt habe, war die Angst um Nebla, Narde, Liselotte, Swantje, Oma Irmi, Mathilda, Banou, Laura, Berit,…. und all die anderen meiner Mähdels, die ich teilweise von Geburt an kenne. Und Ratlosigkeit. Ich hatte schon lange vorher mit anderen Schäfern gesprochen. Welche, die in Brandenburg oder Sachsen waren und von dort schreckliche Dinge berichteten. Das war noch bevor die Welle nach Niedersachsen rüberschwappte. Schon damals erzählten die anderen Schäfer, dass Herdenschutzhunde nichts taugen, weil die Wölfe im Rudel kommen. Zwei Wölfe lenken vorne die Herdenschutzhunde ab, der Rest Wölfe geht hinten rein und metzgert.

Okay, Großer, jetzt müssen wir sehen, wie wir miteinander klarkommen. Sehe ich dich nochmal, hole ich meine Schafe rein. Und so war es dann auch, ich habe Hochsicherheitsbehausungen für Schafe gebaut, alles verbarrikadiert und verrammelt, was geht. Und dann kam, mit jeden Schritt die Erkenntnis. Nachts nicht mehr draußen, heißt Nährstoffaustrag. Heißt weniger Käfer, heißt mehr Einstreu, mehr Futter, mehr Arbeit, usw. das, was man erkennt, wenn man es tut. Ganz real, ganz praktisch – nicht wie die Fernsehdoku, die man um viertel vor elf ausschaltet.

Und was machen Schäfer, die nicht nachts in den Stall können? Was machen Schäfer, die dem Wolfsrudel beim Hüten begegnen? Mitsamt Schafherde und Hütehunden? Die NABU-Fritzen hocken im Büro, während die Schäfer echtes Adrenalin durch ihre Adern pumpen haben. Achja, die NABU- und WWF-Experten reden ja immer von Hütehunden, die die Herde beschützen. Meist liege ich da brüllend vor Lachen auf dem Boden. Ein unglaubliches expertenhaftes Wisssen über die verschiedenen Hunderassen, die in der Schäferei arbeiten, legen die da zutage, das uns Schäfern enorm weiterhelfen kann, friedlich mit dem Wolf zusammenzuleben. Das ist ungefähr, wie wenn ich unserem Schrauber sagen wolle, wie er den Trekker zu reparieren hat. Danach spuckt der Trekker bestimmt Seifenblasen, aber mähen fahren wird man wohl nicht mehr können….

Entschuldigung, ich entgleise in Sarkasmus.

…Schäfchen, bleib bei deinen Locken….

Nun gut, komme ich also zurück zu der schauerlichen Geschichte. Da habe ich mich also entschlossen, einmal zaghaft zum Wolf zu sagen, dass es nicht ganz so super läuft, denn für unsere Schafe (und anderen Weidetiere) bedeutet das schon sehr viel und geht nicht so reibungslos. In Brandenburg haben aus Schäferkreisen sagenhörensweise ca. 80 % der Kleinschafhaltungen aufgegeben. Jede dieser Kleinschafhaltungen sorgte dafür, dass Fläche beweidet wurde, also dass Land offengehalten wurde. Offenes Weideland bildet Lebensraum für Arten. Bodenbrüter, die in ihrem Bestand teilweise bedroht sind und eben kleine Tierchen sind, die nicht so wehrhaft sind wie ein Wolf. Was geschieht nun mit diesem Land, welches nicht mehr beweidet wird? Und was geschieht mit den kleinen Tierchen, die diesen Lebensraum brauchen? Warum gehen hier keine Tier- und Naturschützer auf die Barrikaden und fordern den höchsten Schutzstatus für Weidewirtschaft?

Gesagt, getan, ich schrieb also über die Situation meiner Schafe und was die Anwesenheit der Wölfe für uns im Alltag nun bedeutet. Echte Schafe. Jeden Tag. Zum Anfassen, Sehen, Riechen und Mitfühlen. Ich bekam eine Antwort mit dem Link zu diesem Video über „das Wunder des Yellowstone-Nationalparks“, das wie ich daraufhin feststellen musste, gerade viral durchs Netz ging. Noch habe ich mir nichts dabei gedacht, schaute es mir an und versuchte, vorsichtig zu antworten. Denn, ganz ehrlich, ein bisschen musste ich die Augen rollen, da ich mich fragte, „was soll ich denn jetzt mit dem Yellowstone????“ Dann kam aber nichts mehr. Das machte mich grüblerisch. Ist das jetzt unsere schnelllebige Zeit, die uns nicht mehr erlaubt, ein Gespräch zuende zu führen, ist es ein Fake-Profil oder schlichtweg Gedankenlosigkeit? Oder der Wunsch, diese eingängigen, emotionalen Bilder möglichst weit zu streuen, ohne die Absicht, dabei in einen wirklichen Austausch über die Sache an sich zu kommen? Wie auch immer geartet, ich war etwas enttäuscht. Wieder war nicht die konkrete Situation meiner Schafe Thema – so wie es die Weidetierhalter allgemein derzeit von Seiten der Politik erfahren. Es ging um Wölfe im Yellowstone. Und wir hier?

Ganz ehrlich, was soll ich damit anfangen, wenn eine Was-auch-immer-Schutz-Lobby Internet-Firmen beauftragt, mithilfe von Fake-Profilen in den angeblich sozialen Medien Meinungsmache zu verbreiten, um ihr Wunschdenken in der Öffentlichkeit durchzudrücken, koste es, was es wolle? Was soll ich damit anfangen, wenn eine Wolfslobby sogenannte „Experten“ an einem Wochenende ausbildet, um dann den Schäfern zu erzählen, Hütehunde könnten die Schafe vor Wölfen beschützen, auch wenn sie ja nur ca. 1/3 des Gewichtes haben und genetisch für was ganz anderes „gebaut“ sind. By the way; meine Schaftierärztin würde ich Expertin nennen. Die arbeitet aber seit 25 Jahren in ihrem Bereich. Was soll ich damit anfangen, wenn Risse an Fohlen per DNA keinen Wolf nachweisbar haben und von „Wolfsberatern“ vorgeschlagen wird, es könne ja „ein Rudel Füchse“ gewesen sein, welches das 30kg schwere Tier in gemeinschaftlicher Arbeit von der Weide gezogen hat. Das war der Knaller schlechthin. Ein RUDEL Füchse. Ich hab mich noch tagelang schlappgelacht darüber.

Was soll das alles? Hier stehen wir, echte Schäfer, mit echten Schafen, die echte Schmerzen empfinden, wenn ihnen von Wölfen die Bäuche aufgerissen werden und um die wir Tag und Nacht echte Sorgen haben!

Und dort hocken irgendwelche Traumtänzer, die ihre Belanglosigkeit in ihrer virtuellen Stadt-Welt mit aufregenden Wolfswürstchen ein wenig aufmöbeln wollen, um sich nicht mehr so dumpf und leer zu fühlen. Sorry. Ich habe dafür kein Verständnis mehr. Lange habe ich die ehrliche Kommunikation gesucht und diplomatische Worte gewählt, aber wenn ich in meinem Versuch nach offener, ehrlicher Kommunikation von solchen Verknüpfungen erreicht werde, muss ich mal echte, klare Worte sprechen. Mittlerweile können die Bürohengste und Balkonbiologen für viel Geld Wolfsspuren suchen gehen und sich der Natur ganz nah fühlen. <achtung, zensiertes material  Sollte einer von denen sich auf meine Weiden verirren, jag ich ihn davon. Ich bin gut im Zaunstecken-werfen. Speerwerfen mochte ich in der Schule als leichtathletische Disziplin schon ganz gerne. Und die Sense zur Verbesserung der Stromführung… lassen wir das.achtung zensiertes material>

Wer will den Schäfern noch verübeln, dass sie sauer und wütend sind? Wenn man solche Erfahrungen macht. Auch ich habe die Förderung zum Herdenschutz beantragt. Bürokratie dauert halt. Hm-hmm, kennen wir in der Landwirtschaft. Aber ich habe meinen Antrag losgeschickt, als ich den ersten Wolf selbst gesehen habe. Und seit diesem Moment bin ich immernoch „in Verhandlungen“ mit dem Wolfsbüro. Die Weidesaioson hat lange schon angefangen. Seit fast vier Monaten mosern die an meinen Angeboten rum und kommen nicht zu Potte. Auf Nachfrage, was ich denn in der Zwischenzeit tun könne und welche Stromstärken sie mir denn unter meinen Bedingungen empfehlen könne, kam eine Antwort, die sich ungefähr so anhörte: „Hm-Jaaaa, also. Ähä, ja – äh, ich bin erst seit drei Tagen hier und äh, also meine Kollegin, äh, die macht das normalerweise….“ Ja, danke. Die Wolfsberater in den Regionen sind dafür da, Ihnen Auskunft und Hilfestellung zu geben, Wolfsbüro – da werden Sie geholfen. Yo, verstehe. Wie war das mit der schnellen Hilfe für Schäfer? Was soll ich denn dann in der Zwischenzeit machen? Mit der Sense draußen stehen?

Fake-profile, Wolfsbüros, virale Märchenvideos, Wolfsexperten, die noch nicht einmal wissen, was Hütehunde sind und dagegen: dutzdende leidvolle, tatsächliche Erfahrungen, die uns etwas anderes lehren.

Ich für meinen Teil bin erstmal durch mit NABU, WWF, BUND, den Grünen und den ganzen anderen „Naturschützern“. Danke, mach ich selbst. Und selbstständig. Draußen. Im Wind. Und im Wetter. Mit Schafen. Echten Schafen. und echter Wiese. Und echten Bodenbrütern.

Das gute alte Schaf ist immernoch das allerschönste!

Und eins noch. Ich weiß, es ist lang, aber diesmal muss es echt sein. Denn die Creme de la Creme kommt noch. Dafür habt Ihr auch immer dieses nette Schafgesicht zur Aufheiterung zwischen den Textbausteinchen.

Inhaltlich wird hier eine breite Bevölkerung schlichtweg total vereimert. Vom Aufbau her, das sagte ich bereits in meiner Antwort damals, kann ich gut nachvollziehen, weshalb das Video so einschlägt. Es geht darum, dass die Natur Dinge alleine regelt, dass wir Menschen einfach mal wieder die Finger aus dem Spiel lassen und dann wieder staunen lernen, wie die Tiere und Pflanzen alleine zu ihrem Gleichgewicht zurückfinden. Im Video wird suggeriert, dass 12 oder 14(?) – naja, so ungefähr viele Wölfe ausgesetzt wurden und den Huftieren, Elchen und Wapiti-Hirschen, die im Yellowstone alles kahlzufressen drohten, nachjagten, wodurch die Vegetation sich erholen sollte. Weiterhin wird suggeriert, dass daraufhin wieder Greifvögel kamen, Biber kamen und Staudämme bauten und Weiden und andere Pioniergehölze wieder wachsen konnten und am Flussbett für Feuchtbiotope oder stabilisierte Flussläufe sorgten. Bzw. andersherum. Aber das ist auch egal, denn die schlussendliche Botschaft ist: Wölfe haben sogar den Lauf der Flüsse verändert, schaut wie toll Wölfe sind! Das ist so eine „wenn-dann“-Rechnung von der ich weiter oben sprach.

Wenn Wolf-dann tolle Natur.

Und was sagen die, die tatsächlich Tag für Tag im Yellowstone arbeiten? Es gab einen Bericht von einem Ranger, der beschrieb, dass lange noch nicht alle pflanzenfressenden Tiere „beseitigt“ – Entschuldigung, in Griff bekommen seien. Mit Bisons hätten sie immernoch ein massives Problem. Zudem seien die Huftiere wegen des Jagddrucks durch die Wölfe teilweise aus dem Yellowstone-Park ausgewandert und suchten Schutz in der Nähe menschlicher Strukturen. Die Wölfe folgen ihnen natürlich und reißen nun auch vermehrt Weidetiere bei den Menschen.

Es gibt ziemlich ausführliche Studien über diese sogenannten „trophischen Kaskaden“, den Einfluss, den Beutegreifer letztlich auch auf die natürliche Vegtation haben. Eine z.B. von David Mech, der wie Erik Zimen sein Leben dem Studium der Wölfe gewidmet hat.

Auf einen simplen Punkt gebracht: Wenn Wölfe Huftiere jagen, verändern diese auch ihr Verhalten. Ach, echt???? Die Huftiere fressen nicht mehr überall so sorglos und halten sich – je nach Art – lieber da auf, wo sie die Fläche im Blick haben können, um bei einem eventuellen Angriff weglaufen zu können (Raufutterfresser oder Intermediärtypen), oder dort, wo sie sich gut verstecken können, wenn es eher Konzentratselektierer sind. Achwas. Ohne die Expertise der  Naturschützer hätte ich mir sowas nicht denken können. Nun ja, aber nun wird es interessant. Natürlich wächst da mehr Vegatation, wo weniger von den Huftieren geknabbert wird, aber im entscheidenen Zeitraum, indem die Auswirkungen der Wolfsanwesenheit beobachtet wurde, wurde ebenso festgestellt, dass die Vegetationsperiode  um ein paar Tage länger war, denn es war wärmer und regenreich. Was passiert, wenn Pflanzen Wasser und Wärme haben? Frag den Gärtner. Dat wächst wie doof.

Wie ist das jetzt mit den Wölfen, haben die auch den Regen gebracht? Das Video nennt es ja „das Wunder vom Yellowstone“. Wieviel Wunder steckt im Wolf? Und vor allem: wievel Wunder steckt in der Veränderung der Flussläufe, wenn der Mensch den Biber ausgesetzt hat, wie selbige Studie bekanntgibt?

Soll ich noch einen draufsetzen? Gerne. Auch die Huftiere wurden teilweise ausgesetzt, lange vorher. Und dann fraßen die die ganzen Pflanzen auf. Also, fassen wir zusammen: Mensch setzt Huftiere aus, Mensch setzt Wölfe aus, Mensch setzt Biber aus. Dinge verändern sich.

Wo bleibt jetzt mein Wunder? Ich will aber eins haben!

Und das Wunder geschah, Arielle aus dem Schafstall gebar den Osterhasen….

Ganz ehrlich frage ich mich, von welcher Lobby das Video in Auftrag gegeben wurde und warum es ausgerechnet in einer Zeit in Deutschland gestreut wird, in der es massive Proteste von Seiten der Weidetierhalter gibt. Komisch, oder?

Geht man dem Wolfsvideo noch ein bisschen hinterher, findet man so tolle Seiten wie „Animal Bible“, wo am laufenden Band Welpenbilder oder Fotos von Katzen mit Schleifchen auf dem Kopf oder Hunde mit Geburtstagshüten gepostet werden. Hunde im Einkaufszentrum, Hunde im Körbchen, keine Ahnung – all der vermenschlichende Schrott – eben das genaue Gegenteil eines frei lebenden, wilden Wolfes, der bei eisiger Kälte und sengender Sonne und nagendem Hunger selbst sehen muss, wie er klarkommt. Und zwischendrin immer diese Posts von tierquälerischen Aktionen und ein Aufschrei des (Tastatur-)Kampfes dagegen. Indem ich Hunden Geburtstagshütchen aufsetze? Mein Hütehund schläft zwar im Haus, aber wenigstens hat er die Möglichkeit, täglich Serotonin zu produzieren, indem er tun darf, wofür er gemacht ist: Schafe hüten! Und wenn ich nach der Arbeit dann meinem schlammverschmierten Hund, der hechelnd in der Regenpfütze oder im Bach liegt, sich abkühlt, dabei säuft und mich anhimmelnd anschaut, in sein Gesicht blicke, dann weiß ich, dass er auf die Art viel glücklicher ist, als jeder Geburtstagshütchenhund der Welt.

Es gibt aber komischerweise auch kein Video vom „Wunder der deutschen Kulturlandschaft“, in dem der Wolf für flächendeckende ökologische Landwirtschaft gesorgt hat, alle vom Aussterben bedrohten Bodenbrüter beschützt hat, stundenlang Unkraut rupft, um Pestizideinsatz zu verringern und sich aufopfernd vor die Mähwerke schmeißt, um Rehkitze und junge Hasen vor den Messern zu retten. Das fände ich aber mal angemessen, denn dann hätte es inhaltlich etwas hier mit uns zu tun. Selbst innerhalb verschiedener Bereiche von „Nationalparks“ oder anderen Wildnis-Orten hatte bereits Erik Zimen erkannt: „… aber die ökologischen Beziehungen zwischen den einzelnen Gliedern der Nahrungskette sind doch wieder ganz andere (bezogen auf verschiedene geographische Standorte).  Es wurde mir hier besonders klar, dass jedes komplexe Ökosystem spezielle Zusammenhänge aufweist. der Versuch, induktiv allgemeingültige Gestezmäßigkeiten abzuleiten, kann daher vorerst nur zu groben Modellen führen….“ Wollte man die Bedingungen im Yellowstone mit denen in Deutschland vergleichen, wäre es höchstwahrscheinlich sogar grob fahrlässig. Ich wüsste nicht, dass Bisons und Wapiti-Hirsche hier ansässig sind, aber wenn jemand eins von diesen Arten sieht, der sage mir gerne Bescheid. (Nein – nicht im Fernsehen! Vor der Haustür!!)

Achso, und noch so eine ketzerische Frage wäre da, wieviel Nationalpark, vom Menschen unberührt, wir denn nun im Yellowstone haben, wenn irgendwelche Primatenabkömmlinge da ständig irgendwelche Tierchen aussetzen? Ist das die sich selbst entfaltende Natur, die Naturschützer heranziehen, wenn sie uns den großen ökologischen Nutzen des Wolfes schmackhaft machen wollen?

A propos schmackhaft. Das wird jetzt nochmal harter Tobac, nichts für zart Besaitete. Ich kündige es an, man muss den „play-button“ nicht drücken, aber es wäre gut, zumindest einmal darüber nachzudenken, wer kann, schaut gerne hin. Bei all dem „Ist doch Natur“ und „natürliches Verhalten“ und „ökologischer Nutzen“-Gefasel möchte ich gerne einmal darauf aufmerksam machen, dass in dieser Natur einige Dinge lange nicht so puschelig und niedlich sind, wie wir uns das von Naturschutzbünden glauben lassen machen. Als Mensch, der mit Tieren arbeitet, weiß man, dass es auch kranke Schafe gibt und ziemlich ekelige Schafkrankheiten, es gibt auch verkrüppelte oder tote Lämmer und ziemlich ekelige Lamm-verendungs-Geschichten. Oder „gemeine“ Muttis, die ihre Lämmer einfach verrecken lassen würden. (Da sagt auch kein Schäfer „is halt Natur“ – nee, die haben dann tonnenweise Buddellämmer, wenn die Muttis besonders gemein waren in der Lammsaison.) Ich finde das wichtig zu wissen, zu verstehen und in die Überlegungen, wie wir die Welt gestalten wollen, miteinzubeziehen. Denn die Frage, die einen begleitet, wenn man in seinem ALLTAG solche „Re-naturierungs“-Projekte verfolgt, ist sicherlich, was geschieht konkret? Wie sieht das aus, wenn Wölfe den Huftierbestand „regulieren“? Und sind wir uns eigentlich klar darüber, worüber wir hier reden? Was wir so toll und heroisch finden? So sehr, dass wir es als DIE ökologische Lösung für Deutschland und „seine Wildnis“ ansehen? Wölfe jagen im Rudel. Sie jagen auch gerne Tiere, die viel größer sind als sie selbst, denn sie sind ja im Rudel. Dabei haben sie eine ganz spannende Taktik. Nicht unbedingt, dass sie das Wild „zu Tode hetzen“, wie man manchmal denkt, denn dabei würden Wölfe selbst zu viel Energie verlieren. Ja, manchmal wechseln sie sich ab und haben alle ihre Positionen, um das Stück Wild abwechselnd eine zeitlang zu hetzen, aber dann erfolgt möglichst schnell der Zugriff und sie versuchen gemeinsam, das Tier einfach herunterzuziehen, denn wenn es liegt, kann es nicht mehr weglaufen. Sobald das Beutetier unten ist, fangen sie an, zu reißen. Will sagen, sie reißen dem eben gefallenen Tier bei vollem Bewusstsein den Bauch auf und Organe und Fleischfetzen heraus. Das Beutetier gerät in eine Art Schockzustand und stirbt am Blut- und buchstäblich Substanzverlust und am Schock. Das kann allerdings eine zeitlang dauern. Auf diese Weise schaffen Wolfsrudel in Schweden auch 400kg-Elche. Ja, all das ist Natur. Aber wollen wir das hier, wo wir kaum noch unbebautes Land haben? Wollen wir das für unsere Schafe, Rinder und Pferde? Und wollen das Geburtstagshütchenhundebesitzer wirklich auch für unsere Rehe und unser Damwild?

Ich habe dieses Video auf Youtube gefunden, es ist nicht so romantisch, nicht so regenbogenbunt und hanfsandalen-leicht wie das Video über das Wunder vom Yellowstone, denn das ist die Realität vom Yellowstone. Die alltägliche. In der Beschreibung steht, es handle sich um Tiere des Lamar-Valleys. Nach dem, was ich bereits herausgefunden habe, hielt sich im Lamar-Tal eben das besagte, ausgesetze Rudel auf. Das „Lamar-Pack“.

Wieso finden wir niedliche Wolfswelpen-Bilder und wieso werden Videos gestreut, die extrem aufgehübscht das Wachsen der Vegetation zeigen und den Wolf, dessen Pelz im Winde weht, aber keine Videos von der anderen Seite der Medaille? Ist das nicht ein wenig einseitig? Und wieso wird auch noch durch eine ganz organisierte Nachrichtenverbreitung versucht, die Meinung der Menschen dahingehend zu beeinflussen, dass sie Wölfe toll, niedlich und scheu und was auch immer finden? Gegen „toll“ habe ich nichts. Finde ich auch. Immernoch. Aber ich bin dafür, dann wenigstens fairerweise dazuzusagen, dass so ein Rudel auch ganz schön grausam sein kann.

Und wieso wird im „Was ist Was?“ Kinderbuch von 2004 (Band 118, S.17) erzählt, dass „wurden im Winter Wölfe in der Nähe der Dörfer gesichtet, rief der Burgherr Knechte, Jagdgehilfen, und Bauern zur Treibjagd zusammen, um Menschen und Tiere vor den gefährlichen Rudeln zu schützen.„, während heute den Kindergartenkindern erklärt wird, dass Wolfsrudel ganz viel Angst haben, wenn Kinder mit Trillerpfeifen durch den Wald gehen? Wie soll man als Kind denn so viel verwirrendes Lehrmaterial zusammen bringen?

Irgendwie ist diese Ideologisierung des Wolfes schon merkwürdig, gerade von Experten in einem streng wissenschaftlichen Metier. Zur Wildtierbiologie gehört eben auch der ganze Verhaltenskomplex von der Futterbeschaffung, von der Territorialität, usw…  Und da sind Raubtiere eben nicht zimperlich, wie es der Name schon sagt: „Beutegreifer“.

Und wenn ich weiß, dass das eventuell meinen Schafen passieren könnte, dann möchte ich auch ganz einfach die Möglichkeit haben, meine Mähdels wirksam davor zu beschützen. Und zwar ohne mich vorher vier Monate mit dem Wolfsbüro auseinandersetzen zu müssen, woraufhin sowieso nichts passiert. Ich könnte es nicht ertragen, sie so zu sehen, denn ich habe meine Mähdels echt lieb, und nein, ich halte sie nicht aus Profitgier, sie werden nicht „sowieso zu Dönerfleisch“ und ich finde das auch nicht „geil, sie abzuschlachten“. Falls solche mitlesen: Liebe Tierrechtler, „Arten“- und Naturschützer, lasst diese Phrasen, denn Ihr seid es momentan selbst, die grausames Gemetzel haben wollen. (Und jetzt sagt nicht, Ihr habt Euch das Video oben nicht angeschaut, weil Ihr sowas Schlimmes nicht gut sehen könnt.)

Ich für meinen Teil habe einfach verstanden, dass der Tod zum Leben gehört, ja, das kann man in meinen Beiträgen oft genug lesen. Aber ich arbeite eben dran, dass wir Gedanken umzusetzen versuchen, WIE wir das für unsere Tiere gestalten, WIE wir unseren Tieren ein besseres Leben bereiten können und WIE wie dabei den Lebesraum für alle anderen mitbewahren. Gleichgewichte schaffen und mit den Naturkräften arbeiten erfordert mehr Fingerspitzengefühl als einfache „Wenn-Dann“-Gleichungen aufzustellen, erfordert auch, unvorhergesehene Faktoren auffangen zu können, wach zu sein, zu beobachten und die Bereitschaft zu haben, Wunschdenken von Realität zu trennen. Ich kann mir Wölfe wünschen oder 3000 Schafe, aber am meisten Sinn macht es immernoch, da jetzt raus zu gehen und jetzt mal konkret ein bisschen Weide zu stecken, damit die Mähdels ordentlich was zu fressen haben.

Ab jetzt geht es auch wieder im gewohnten Ton weiter. Geschichten über meine Schafe, Erläuterungen zur Schafhaltung, den Umständen unter denen Schafe gehalten werden, was sie brauchen und wie man gut mit ihnen umgehen kann, eben all das, wofür ich meinen Blog eingerichtet habe. Teilhaben am Leben der Schafe  – und gerne etwas detaillierter, hintergrundreicher als nur mit niedlichen Bildern. Auf Propaganda-Material habe ich keine Lust, auf Wolfsromantisierungen lasse ich mich nicht ein. Wer ein ernsthaftes Interesse an Fakten und Hintergründen hat, ist gerne eingeladen, zu antworten. Demnächst gibt es wohl eine kleine Geschichte zu Hütehunden. Meiner wird alt und ich habe mir Gedanken über Nachwuchs in unserer kleinen Schäferei gemacht…..

 

 

 

 

 

 

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